Harzer Delegation informiert sich, wie ein Krankenhaus mit der gesamten Versorgung an einem Standort funktioniert
Quedlinburg/Nordhausen, 8. Oktober 2026 – Das Harzklinikum hat ein klares Ziel: ein Zentralklinikum Harz. Wie ein Krankenhaus funktioniert, das die gesamte Versorgung an einem Standort bündelt, hat sich deshalb kürzlich eine hochkarätige Delegation aus dem Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) im Südharz Klinikum Nordhausen (Thüringen) angesehen. Initiiert hatte die Reise der Aufsichtsratsvorsitzende des Harzklinikums, Thomas Balcerowski (CDU, Landrat des Landkreises Harz).
Warum ein Zentralklinikum für den Harz?
Das Harzklinikum ist mit rund 2.400 Mitarbeitenden und jährlich rund 100.000 Patientenfällen, davon rund 30.000 stationär, das drittgrößte Klinikum Sachsen-Anhalts. Es arbeitet jedoch an drei Standorten in Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg, und das hat seinen Preis. Teile der Gebäude sind über 120 Jahre alt. Sie für moderne Medizin umzubauen und instand zu halten, ist aufwendig und teuer. Drei Standorte bedeuten zudem teure Doppelstrukturen: Technik, Versorgung und Dienste müssen an mehreren Orten vorgehalten werden. Das bindet Geld und Personal, das an anderer Stelle fehlt.
Hinzu kommt, dass Ärzte und Pflegekräfte knapp werden. An einem Standort lassen sich Teams bündeln und Dienste verlässlicher besetzen. Und schließlich verlangt die Krankenhausreform, spezialisierte Medizin zu bündeln, für mehr Qualität. Behandlungen werden künftig über sogenannte Leistungsgruppen vergeben, für die ein Krankenhaus feste Vorgaben bei Personal und Ausstattung erfüllen muss. Deshalb das Ziel: ein Zentralklinikum Harz für den ganzen Landkreis.
Vorbild Nordhausen: ein Klinikum an einem Standort
Wie das gelingen kann, zeigt das Südharz Klinikum. Beide Häuser sind kommunal getragen und versorgen eine ländliche Region am Harz. Doch Nordhausen ist schon seit DDR-Zeiten ein Klinikum an einem Standort: Der Neubau in Nordhausen-Nord wurde 1981/82 eröffnet. 2024 behandelte das Haus mit 817 Betten 24.014 Patientinnen und Patienten stationär und 25.404 ambulant in der Notaufnahme. Hinzu kommen rund 160.000 ambulante Kontakte im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), darunter viele Institutsleistungen wie Labor, Pathologie, Radiologie und Strahlentherapie. Seit 1992 ist der Rettungshubschrauber direkt am Haus stationiert.
Gastgeber waren Landrat Matthias Jendricke (SPD, Landkreis Nordhausen) und Geschäftsführer Guido Hage. Mit Balcerowski reisten als Mitglieder des Aufsichtsrats unter anderem Tobias Krull (CDU, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt), Wolfram Kullik (früherer SPD-Landrat des Landkreises Quedlinburg), Werner Reinhardt (früherer Vorstandsvorsitzender der Harzsparkasse) und Christian Hirsch (Pflegerischer Leiter der Notaufnahme Quedlinburg). Außerdem dabei waren Harzklinikum-Geschäftsführer Dr. Matthias Voth, Heiko Breithaupt (CDU, Kreistagsvorsitzender und Bürgermeister von Blankenburg (Harz)), Michael Körtge (Vorstand des Kreisverbands Die Linke Harz) und Heiko Marks (Mitglied des Kreistags, Fraktion SPD/Grüne). Zur Delegation gehörten zudem Susann Arnhold-Wind (Fachbereichsleiterin der Kreisverwaltung des Landkreises Harz), Christoph Böttcher, Katharina Ludwig (Geschäftsbereichsleitung Unternehmensentwicklung des Harzklinikums) und Dr. Konstantin Korosides-Kreissig (Leiter Kommunikation, Marketing, Social Media des Harzklinikums).
Beim Rundgang standen Notaufnahme und Schockraum im Mittelpunkt: Notaufnahme, Schockraum, Fachabteilungen und Rettungshubschrauber liegen in Nordhausen an einem Haus, mit kurzen Wegen im Notfall.
„Ich bin beeindruckt vom Südharz Klinikum. Das ist eigentlich das, wo wir hinwollen, auch im Landkreis Harz: ein Klinikum, ein Notfallklinikum in der entsprechenden Ausstattung und Größe“, sagte Balcerowski.
„So eine Konzentration halte ich für absolut richtig, weil in einer Notfallversorgung alles gut kompakt sein muss“, bestärkte ihn Jendricke.
„Wir brauchen das Zentralklinikum im Harz, um die Versorgung optimal in dieser Region sicherzustellen“, sagte Krull.
Pressefoto
Harzer Delegation zu Gast im Südharz Klinikum Nordhausen. Auf dem Bild von links nach rechts: Guido Hage, Geschäftsführer Südharz Klinikum; Werner Reinhardt, Aufsichtsrat Harzklinikum; Christian Hirsch, Aufsichtsrat Harzklinikum; Wolfram Kullik, Aufsichtsrat Harzklinikum; Matthias Jendricke (SPD), Landrat Landkreis Nordhausen; Michael Körtge, Die Linke Harz; Dr. Matthias Voth, Geschäftsführer Harzklinikum; Tobias Krull (CDU), Landtagsabgeordneter und Aufsichtsrat Harzklinikum; Thomas Balcerowski (CDU), Landrat Landkreis Harz und Aufsichtsratsvorsitzender Harzklinikum; Heiko Breithaupt (CDU), Bürgermeister Blankenburg; Heiko Marks, Kreistag Harz (SPD/Grüne). Foto: Harzklinikum
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