Regionales Schlaganfallzentrum – Stroke Unit

Die Schlaganfall-Überwachungsstation, sogenannte Stroke Unit mit ihren sechs Betten in 24-Stunden-Bereitschaft der Klinik für Neurologie ist von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe als zertifiziertes regionales Zentrum anerkannt. Die Zahl der Schlaganfälle pro Jahr wird in Deutschland auf 250.000 geschätzt. Jeder zehnte Deutsche über fünfzig Jahre stirbt an den Folgen eines Schlaganfalls (Hirninfarkt und Hirnblutung). Er stellt die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für schwere Behinderung und Hilfsbedürftigkeit dar.

Der Schaffung von Stroke Units liegt ein integratives Konzept für die Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls zugrunde. Es umfasst das Zusammenwirken von Neurologen, Radiologen, Kardiologen, Angiologen und Gefäßchirurgen ebenso wie von speziell ausgebildetem Pflegepersonal, technischen Assistenten, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern.
Eine unverzügliche apparative Diagnostik ermöglicht, rasch eine je nach Art des Schlaganfalls optimale Therapie einzuleiten und zu entscheiden, ob neue Therapieformen (z.B. Lysetherapie, Auflösen des Blutgerinnsels zur Wiedereröffnung der Gefäße) zur Anwendung kommen können. Bei einem Verschluss großer hirnversorgender Gefäße am Hals oder an der Schädelbasis kommen auch katheterinterventionelle Verfahren zur Wiedereröffnung des Gefäße zur Anwendung, ähnlich wie beim Herzinfarkt. Höhergradige Verengungen der Halsgefäße können durch einen gefäßchirurgischen Eingriff schon innerhalb der ersten beiden Behandlungswochen beseitigt werden.

Die intensive multidisziplinäre Begleittherapie in der Akutphase, unmittelbar gefolgt von rehabilitativen Bemühungen, sind Vorteile der Therapie. Patienten profitieren umso mehr, je früher nach Eintritt des Schlaganfalls sie in einer Stroke Unit aufgenommen werden. Angloamerikanische, skandinavische Untersuchungen sowie Daten aus deutschen Schlaganfallregistern belegen den positiven Effekt derartiger Spezialstationen sowohl auf die Sterblichkeit als auch auf den Schweregrad der Behinderung nach Schlaganfall. Danach verringern sich Tod oder schwere Behinderung bei Behandlung eines Schlaganfalls auf einer Stroke Unit um 31 Prozent, die Verkürzung der Liegezeit im Krankenhaus beträgt zwischen 8 und 25 Prozent.

Chefarzt Dr. med. Frank Dömges

FA für Neurologie, Neurologische Intensivmedizin

Studium der Medizin in Köln und Düsseldorf / Ausbildung und Promotion in klinischer Neurophysiologie in Düsseldorf / Postdoktorandenstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft


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