Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, bündelt ab 2026 hochspezialisierte endoskopische Leistungen am Standort Quedlinburg. Ziel der Zentralisierung ist es, komplexe gastroenterologische Diagnostik und Therapie unter optimalen strukturellen und personellen Bedingungen anzubieten und die Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten weiter zu stärken.
Mit mehr als 6.000 Endoskopien pro Jahr zählt die Gastroenterologie des Harzklinikums zu den leistungsstarken Einrichtungen der Region. Die Endoskopie umfasst Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, bei denen innere Organe mithilfe flexibler Kamerasysteme über natürliche Körperöffnungen dargestellt und häufig gleichzeitig behandelt werden können.
Moderne endoskopische Verfahren ersetzen zunehmend operative Eingriffe, sind jedoch technisch anspruchsvoll und erfordern große Erfahrung sowie spezialisierte Ausstattung.
„Viele endoskopische Eingriffe sind heute hochspezialisiert und komplex und profitieren deutlich von zentralen Strukturen“, erklärt Dr. med. Dipl.-Pharm. Bert Hanke, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie. „Die Bündelung in Quedlinburg ermöglicht es uns, unsere Expertise gezielt einzusetzen, Abläufe weiter zu optimieren und Patientinnen und Patienten ein Höchstmaß an Sicherheit und Qualität zu bieten.“
Zu den hochspezialisierten endoskopischen Verfahren, die künftig schwerpunktmäßig in Quedlinburg durchgeführt werden, zählen unter anderem:
- die stufenweise Abtragung großer Darmpolypen (Piece-meal-Resektionen), bei denen ausgedehnte gutartige Schleimhautveränderungen vollständig entfernt werden, ohne operieren zu müssen,
- die endoskopische Submukosadissektion (ESD), ein besonders präzises Verfahren, bei dem Krebsvorstufen oder sehr frühe Tumoren mithilfe eines feinen Elektromessers in einem Stück aus der Schleimhaut gelöst werden,
- komplexe Eingriffe an Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen, bei denen beispielsweise Engstellen behandelt oder Steine entfernt werden,
- sowie Ultraschalluntersuchungen von innen mit therapeutischen Möglichkeiten (interventionelle Endosonographie), bei denen gezielt Drainagen angelegt oder Behandlungen durchgeführt werden können.
Darüber hinaus bietet der Standort Quedlinburg Therapien an, die teilweise nur in spezialisierten Zentren verfügbar sind. Dazu gehören unter anderem die Perorale Endoskopische Myotomie (POEM) zur Behandlung bestimmter Schluckstörungen, die Anlage innerer Umgehungsverbindungen zwischen Magen und Darm, sogenannte extraanatomische Ableitungen von Gallen- oder Bauchspeicheldrüsensekret, sowie die direkte Spiegelung der Gallenwege mit gezielter Zertrümmerung von Steinen unter Sicht.
Versorgungssicherheit an beiden Standorten
Die gastroenterologische Regelversorgung am Standort Wernigerode bleibt davon unberührt. Stationär behandelte Patientinnen und Patienten werden dort weiterhin internistisch versorgt; endoskopische Leistungen im Rahmen der Basisversorgung bleiben erhalten.
Das bedeutet konkret: Werktags findet in Wernigerode weiterhin eine gastroenterologische und planbare Grundversorgung statt, um Verlegungen internistischer Patientinnen und Patienten nach Quedlinburg zu vermeiden.
Die ambulante gastroenterologische Versorgung in der MVZ-Praxis von Dr. Zastrow ist in Wernigerode am Harzklinikum für Zuweiserinnen und Zuweiser durch Überweisung weiterhin abgesichert.
Klare Zuständigkeiten für Zuweiser und Rettungsdienste
Für Zuweiser und Rettungsdienste schafft die neue Struktur klare und verlässliche Wege. Die gastroenterologische Notfallversorgung ist für den Rettungsdienst am Standort Quedlinburg im Harzklinikum abgesichert. Darüber hinaus wird die planbare stationäre Schwerpunktversorgung bei endoskopiepflichtigen, komplexen Krankheitsbildern gezielt dem spezialisierten Standort Quedlinburg zugeführt. Diese klare Zuordnung ermöglicht schnelle Entscheidungen, eindeutige Verantwortlichkeiten und eine durchgehend hohe Behandlungsqualität.
„Zentralisierung bedeutet nicht Abbau, sondern gezielte Weiterentwicklung“, betont Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Harzklinikums. „Mit der Bündelung hochspezialisierter Leistungen stärken wir das Harzklinikum insgesamt und positionieren Quedlinburg als leistungsstarken Schwerpunkt der Gastroenterologie im Landkreis Harz.“
Einfach für das Harzklinikum zusammengefasst:
Standort Quedlinburg:
Gastroenterologische Notfallversorgung sowie planbare stationäre Zuweisung bei hochspezialisierten, endoskopiepflichtigen Krankheitsbildern.
Standort Wernigerode:
Gastroenterologische Fragestellungen bei allgemein-internistischen Patientinnen und Patienten werden im Tagdienst abgesichert. Die ambulante gastroenterologische Versorgung steht weiterhin als erste Anlaufstelle über die MVZ-Praxis von Dr. Zastrow zur Verfügung.
Mit diesem Schritt setzt das Harzklinikum seine medizinstrategische Ausrichtung konsequent fort und reagiert zugleich auf steigende qualitative Anforderungen, neue medizinische Möglichkeiten und die Notwendigkeit klar strukturierter Versorgungsprozesse.
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