Universitätsmedizin Halle und Harzklinikum starten Kooperation in 7 Fachbereichen – Erste klinische Blockpraktika beginnen bereits im Wintersemester 2026/2027.
Wernigerode / Halle (Saale), 25. August 2026. Unter Anwesenheit von Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann haben das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und das Universitätsklinikum Halle (Saale) heute in Wernigerode den Kooperationsrahmenvertrag für den neuen „Medizin-Campus Harzklinikum“ unterzeichnet. Ziel der Partner ist es, dem sich in den kommenden Jahren weiter verschärfenden Bedarf an ärztlichem Personal insbesondere im ländlichen Raum gezielt entgegenzuwirken und angehende Ärztinnen und Ärzte nachhaltig an das Land zu binden.
Stufenweiser Ausbau & Start in 7 Fachbereichen im Wintersemester 2026/2027
Die Kooperation setzt auf den gezielten und stufenweisen Aufbau regionaler Ausbildungsstrukturen:
- Start der klinischen Zusammenarbeit in 7 ausgewählten Fachbereichen
- Durchführung klinischer Blockpraktika ab dem kommenden Wintersemester 2026/2027
- Wissenschaftlicher Ausbau durch gemeinsame Forschungsprojekte, Kooperationen und Lehrveranstaltungen
Stimmen zur Unterzeichnung
Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hob hervor:
„Eine verlässliche und hochqualitative medizinische Versorgung im gesamten Land ist eine Kernaufgabe staatlicher Daseinsvorsorge. Der neue Medizin-Campus Harzklinikum schlägt eine Brücke zwischen exzellenter universitärer Lehre in Halle und praktischer Ausbildung im Harz. Das stärkt die Region, sichert den ärztlichen Nachwuchs direkt vor Ort und steigert die Attraktivität unseres Landes als Medizinstandort.“
Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Universitätsmedizin Halle, betont:
„Mit dem gezielten Aufbau dezentraler, regionaler Ausbildungsstrukturen stärken wir die universitäre Ausbildung in der Fläche und machen unsere Studierenden frühzeitig mit den Versorgungsrealitäten außerhalb großer Zentren wie Halle vertraut.“
Dr. Matthias Voth, Geschäftsführer des Harzklinikums: „Mit der Kooperation bündeln wir systematisch Kompetenzen. Als Schwerpunktversorger bieten wir ein breites klinisches Spektrum und große Praxisnähe, um Studierenden attraktive Arbeits- und Lebensperspektiven im Harz aufzuzeigen.“
Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Harzklinikums: „Durch die enge Verzahnung von universitärer Spitzenmedizin und unserer praktischen Ausbildung vor Ort bieten wir angehenden Medizinerinnen und Medizinern von Beginn an eine exzellente fachliche Perspektive.“
Landrat Thomas Balcerowski, Aufsichtsratsvorsitzender des Harzklinikums: „Ein starkes Signal für den Landkreis Harz: Wir sichern damit aktiv die Qualität der Krankenhäuser und sichern Spitzenmedizin direkt vor der Haustür.“
Weitere Hintergründe:
Studierende der Universitätsmedizin Halle lernen ab November im Harzklinikum
Die Entwicklung des Harzklinikums Dorothea Christiane Erxleben zu einem „Medizin-Campus Harzklinikum der Universitätsmedizin Halle” schreitet voran. Im November beginnen die ersten Medizinstudierenden aus Halle mit einem Teil ihrer klinischen Ausbildung nach universitären Lehrstandards am Harzklinikum, nachdem im Januar 2026 der Grundstein für eine intensive Zusammenarbeit gelegt wurde.
Wie dieser Lehrstandort künftig ausgestaltet werden soll, haben die Partner am 25. August 2026 konkretisiert: Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und das Universitätsklinikum Halle (Saale) vereinbarten mit dem Harzklinikum weitere Schwerpunkte der Kooperation in den Bereichen akademische Lehre und Krankenversorgung. Im Beisein von Prof. Dr. Armin Willingmann, Wissenschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt und Aufsichtsratsvorsitzender des Universitätsklinikums, festigten sie damit die langfristige Perspektive ihrer Zusammenarbeit.
Die Partnerschaft soll den Studierenden neue Optionen eröffnen und einen Beitrag zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses in ländlichen Regionen leisten: „Mit dem geplanten Medizin-Campus Harzklinikum schaffen wir alternative praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten für unsere Medizinstudierenden. Sie können frühzeitig Erfahrungen in einem regionalen Versorgungsumfeld sammeln und zugleich den Landkreis Harz als Lebens- und Arbeitsort kennenlernen. So entsteht bereits während des Studiums eine Verbindung zur Region, die über die Ausbildung hinausreichen kann“, erklärt Prof. Dr. Heike Kielstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät der MLU.
Den Anfang machen im November insgesamt 20 Studierende des 7. Semesters der Medizinischen Fakultät der MLU. Sie absolvieren dann ein vierwöchiges Blockpraktikum in den Bereichen Innere Medizin und Chirurgie an den Standorten des Harzklinikums in Quedlinburg oder Wernigerode. Das Interesse an dem neuen Angebot war groß und die Plätze waren schnell vergeben. Den Studierenden stehen Verpflegung im Klinikum sowie bei Bedarf eine Unterkunft in der Nähe zur Verfügung. Ab 2027 ist vorgesehen, die Blockpraktika um die Bereiche Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Kinderheilkunde zu ergänzen.
Auch für das Praktische Jahr (PJ) wollen das Harzklinikum und die Universitätsmedizin Halle künftig eng zusammenarbeiten. Das PJ bildet den letzten Abschnitt des Medizinstudiums vor dem dritten Staatsexamen und dient der vertieften praktischen Ausbildung in verschiedenen medizinischen Fachbereichen. Studierende aus Halle sollen die Möglichkeit erhalten, einen Teil ihres PJ am Harzklinikum als Akademisches Lehrkrankenhaus der MLU zu absolvieren und somit mehrere Monate im Landkreis Harz zu verbringen.
Die Kooperation in der Lehre zielt langfristig darauf ab, deutlich über einzelne Praktika und das PJ hinauszugehen. Ab 2028 sollen bis zu 20 Studierende einen Großteil ihres klinischen Studienabschnitts, das heißt mehrere Semester, am Harzklinikum durchführen können.
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