Quedlinburg / Wernigerode / Blankenburg · Sachsen-Anhalt · 16. Mai 2026
Kurzfassung für Nachrichtenagenturen Quedlinburg, Wernigerode, Blankenburg – Landkreis Harz, Sachsen-Anhalt. Das über 120 Jahre alte Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, kurz Harzklinikum, begegnet dem Fachkräftemangel mit einer Doppelstrategie aus regionaler Bindung und gezielter Personalgewinnung aus dem übrigen In- und Ausland. An den drei Standorten Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg arbeiten nach Klinikangaben rund 100 Mitarbeitende aus 32 Nationen; im ärztlichen Dienst hat etwa jede vierte Kraft eine internationale Biografie. Das kommunale Krankenhaus zählt mit rund 2.400 Beschäftigten zu den drei größten in Sachsen-Anhalt. |
Langfassung
Das über 120 Jahre alte Harzklinikum (Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben) ist das kommunale Krankenhaus des Landkreises Harz in Sachsen-Anhalt. Mit rund 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 777 aufgestellten Betten und jährlich rund 100.000 Patientenfällen zählt es zu den drei größten Krankenhäusern Sachsen-Anhalts (Basis: vollstationäre Patientenfälle 2024; G-BA-Qualitätsberichte). An den drei Standorten Quedlinburg (UNESCO-Weltkulturerbestadt), Wernigerode und Blankenburg ruht die Versorgungsqualität auf zwei sich ergänzenden Personal-Säulen: der hohen Verbundenheit oft langjähriger, oft regional verwurzelter Beschäftigter und der gezielten Gewinnung neuer Fachkräfte aus dem übrigen In- und Ausland.
Internationale Fachkräfte ergänzen die regionale Stammbelegschaft
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist auch im Harz spürbar. Das Harzklinikum begegnet ihm seit Jahren mit einer Doppelstrategie aus regionaler Bindung und gezielter überregionaler und internationaler Rekrutierung.
Aktuell sind im Klinikverbund rund 100 Mitarbeitende beschäftigt, deren internationale Herkunft dokumentiert nachvollziehbar ist. 85 von ihnen besitzen derzeit keinen deutschen Pass – das entspricht rund 3,5 Prozent der Gesamtbelegschaft. Weitere Kolleginnen und Kollegen haben im Laufe ihres Berufslebens die deutsche Staatsbürgerschaft erworben; sie sind in der Zahl 85 nicht enthalten. Die tatsächliche internationale Vielfalt ist damit größer als die ausgewiesene Zahl.
Im ärztlichen Dienst ist der Anteil internationaler Fachkräfte am höchsten: 76 von 298 Ärztinnen und Ärzten haben eine internationale Biografie (rund 26 Prozent).
„Wir sind dankbar für jede Kollegin und jeden Kollegen, die sich für das Harzklinikum entscheiden – ob eine Familie seit Generationen im Harz verwurzelt ist oder ob jemand Tausende Kilometer hinter sich hat. Aus diesem Miteinander von alteingesessenen Harzern und neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern entsteht – mit gegenseitiger Unterstützung und ehrlichem Interesse füreinander – ein Team, das zusammenhält. Und das ist die wichtigste Voraussetzung für gute Medizin.“
— Dr. Matthias Voth, Geschäftsführer Harzklinikum
Herkunft der internationalen Mitarbeitenden
Mitarbeitende aus 32 Nationen
Auswahl der vertretenen Staatsangehörigkeiten. Die Übersicht bildet die rund 100 Mitarbeitenden ab, deren Herkunft dokumentiert erfasst ist – darunter auch eingebürgerte Kolleginnen und Kollegen. Die Prozentwerte beziehen sich auf diese rund 100 Personen.
| Herkunftsland | darunter im ärztlichen Dienst | Anteil an rund 100 erfassten Mitarbeitenden |
|---|---|---|
| Russland | 11 | 13 % |
| Aserbaidschan | 9 | 10 % |
| Syrien | 8 | 9 % |
| Albanien | 4 | 6 % |
| Mexiko | 5 | 6 % |
| Nordmazedonien | 4 | 6 % |
| Rumänien | 5 | 6 % |
| Ägypten | 3 | 3 % |
| Belarus | 3 | 3 % |
| Bulgarien | 3 | 3 % |
| Marokko | 3 | 3 % |
| Ukraine | 2 | 3 % |
| Georgien | 2 | 2 % |
| Indien | 2 | 2 % |
| Jordanien | 2 | 2 % |
| Mongolei | – | 2 % |
| Türkei | 1 | 2 % |
| Afghanistan | – | 1 % |
| Argentinien | 1 | 1 % |
| Irak | 1 | 1 % |
| Iran | 1 | 1 % |
| Kasachstan | 1 | 1 % |
| Libyen | – | 1 % |
| Mali | – | 1 % |
| Österreich | 1 | 1 % |
| Peru | 1 | 1 % |
| Polen | 1 | 1 % |
| Saudi-Arabien | 1 | 1 % |
| Schweiz | 1 | 1 % |
| Serbien | 1 | 1 % |
| Slowakei | 1 | 1 % |
| Ungarn | 1 | 1 % |
| Gesamt | 76* | rund 100 Personen (100 %) |
* Drei Ärztinnen und Ärzte besitzen zwei Staatsangehörigkeiten und sind in beiden Zeilen geführt; nach Köpfen sind es 76 internationale Ärztinnen und Ärzte und 85 internationale Mitarbeitende insgesamt (ohne deutschen Pass). Hinzu kommen eingebürgerte Kolleginnen und Kollegen, sodass rund 100 Mitarbeitende mit international nachvollziehbarer Herkunft erfasst sind.
Was Fachkräfte in den Harz zieht
Internationale Fachkräfte erreichen das Harzklinikum auf unterschiedlichen Wegen: über Anwerbeprogramme der Bundesagentur für Arbeit und der „Fair Care“-Initiativen, über Hochschulkooperationen, über persönliche Empfehlungen aus den Heimatländern und über Initiativbewerbungen. Was sie hier finden, ist eine Region mit hoher Lebensqualität – das UNESCO-Welterbe Quedlinburg, der Nationalpark Harz vor der Tür, bezahlbarer Wohnraum, kurze Wege und persönliche Strukturen, in denen Neuankömmlinge schnell heimisch werden.
Auch die verkehrliche Anbindung spielt eine wachsende Rolle. Der Harz liegt im Schnittpunkt zwischen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Hessen und Thüringen und ist aus den umliegenden Großstädten in einer bis zweieinhalb Stunden mit dem Pkw erreichbar – eine Distanz, die für viele Beschäftigte tägliches oder wöchentliches Pendeln möglich macht. Die folgenden Werte beziehen sich auf die Pkw-Fahrzeit nach Quedlinburg:
Magdeburg ca. 67 km · ca. 1:00 h · Braunschweig ca. 85 km · ca. 1:00 h · Leipzig ca. 125 km · ca. 1:15 h · Hannover ca. 145 km · ca. 1:45 h · Naumburg ca. 165 km · ca. 1:45 h · Kassel ca. 180 km · ca. 2:00 h · Berlin ca. 215 km · ca. 2:15 h
Ein wachsender Teil der Belegschaft kommt aus solchen Städten: Manche pendeln täglich, andere mehrmals pro Woche für Schichtblöcke, wieder andere sind klassische Wochenendpendler mit Zweitwohnsitz im Harz. Damit ergänzt das Harzklinikum die regionale Fachkräftegewinnung gezielt um Spezialistinnen und Spezialisten aus dem mitteldeutschen und angrenzendem Wirtschaftsraum.
„Die Integration internationaler Kolleginnen und Kollegen in unsere ärztlichen Teams ist anspruchsvoll – fachlich, sprachlich und kulturell. Wir investieren bewusst in strukturierte Einarbeitung und Mentoring. Der Gewinn ist beidseitig: Unsere Patientinnen und Patienten profitieren von Spezialistinnen und Spezialisten mit Erfahrungen aus internationalen Gesundheitssystemen, und unsere etablierten Teams gewinnen neue fachliche Perspektiven.“
— Dr. Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor Harzklinikum (Zitat-Vorschlag, bitte freigeben)
Betriebstreue als Stabilitätsanker
Ein zweiter Anker der Versorgungssicherheit ist die hohe Verbundenheit oft langjähriger Beschäftigter. Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten das Haus auch in herausfordernden Zeiten mit Erfahrung, eingespielten Abläufen und einem institutionellen Wissen auf Kurs, auf dem komplexe medizinische Versorgung aufbaut. Zahlreiche von ihnen sind seit 20, 30, 40 oder über 45 Jahren am Harzklinikum tätig – ein Vertrauensbeweis, der in der heutigen Arbeitswelt selten geworden ist.
„In der Pflege zählt jede einzelne Kollegin und jeder einzelne Kollege. Egal, ob jemand seit 40 Jahren am Harzklinikum ist oder neu aus Tirana, aus Kabul oder aus Elbingerode hinzukommt: Am Bett zählen fachliche Sorgfalt und menschliche Zuwendung – und beides leisten unsere Teams jeden Tag. Genau diese Mischung aus Erfahrung und neuen Perspektiven macht uns als Arbeitgeber attraktiv.“
— Ina Hopp, Pflegedirektorin Harzklinikum (Zitat-Vorschlag, bitte freigeben)
Wo Erfahrung und neue Perspektiven zusammenfinden
Im klinischen Alltag ergänzen sich beide Stärken: Erfahrene Kolleginnen und Kollegen führen neu hinzugekommene Fachkräfte ein, geben Wissen und Routinen weiter und schaffen die Verlässlichkeit, in die sich neue Perspektiven einfügen können. Neu hinzugekommene Mitarbeitende – ob aus der Region, aus anderen Teilen Deutschlands oder aus dem Ausland – bringen zusätzliche Sprachen, andere Ausbildungswege und neue fachliche Impulse ein. Aus diesem Zusammenspiel von Stabilität und Vielfalt entsteht die Versorgungsqualität, auf die sich die Menschen im Landkreis Harz verlassen.
Personalstruktur im Überblick
| Bereich | Mitarbeitende gesamt | davon international | Anteil im Bereich | Anteil an Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Ärztlicher Dienst | 298 | 76 | 25,5 % | 3,2 % |
| Gesamtbelegschaft | 2.399 | 85 | 3,5 % | 3,5 % |
Über das Harzklinikum
Das Harzklinikum ist das kommunale Krankenhaus des Landkreises Harz mit Standorten in Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg. Mit 777 aufgestellten Betten, 22 Fachkliniken und medizinischen Spezialzentren versorgen rund 2.400 Mitarbeitende jährlich rund 100.000 Patientenfälle – das macht den Verbund zu einem der drei größten Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt. Namensgeberin ist Dorothea Christiane Erxleben, die 1754 als erste Frau in Deutschland zur Doktorin der Medizin promoviert wurde.
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