Kurzmeldung
Quedlinburg, 7. Mai 2026 – Am Harzklinikum, Standort Quedlinburg (Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben), ist die Wärmeversorgung nach einem Pumpenausfall vom 30. April bis 6. Mai 2026 sieben Tage lang über eine mobile Heizzentrale aufrechterhalten worden. Auslöser war der Defekt einer zentralen Umwälzpumpe der Heizungsanlage am Donnerstag, 30. April 2026, in den frühen Morgenstunden. Die Stadtwerke Wernigerode stellten innerhalb weniger Stunden eine mobile Heizzentrale bereit, der Ortsverband Quedlinburg des Technischen Hilfswerks (THW) sicherte mit Logistikanhänger und zwei doppelwandigen mobilen Tankstellen die Treibstoffversorgung; insgesamt stellte das THW vom 30. April bis 3. Mai 2.855 Liter Diesel bereit, weitere 4.000 Liter kamen am 4. und 5. Mai über die hauseigene Logistik des Harzklinikums hinzu. Unterstützt wurde der Einsatz zusätzlich vom Malteser Hilfsdienst und vom Landkreis Harz; die Reparatur der defekten Pumpe übernahm die Firma Hartwig. Die operative Einsatzleitung lag bei Ines Wahl-Bachmann, Leiterin Technik des Harzklinikums, und ihrem Team. Am Dienstag, 5. Mai 2026, ging die reparierte hauseigene Pumpe wieder ans Netz, am Mittwoch, 6. Mai 2026 und Donnerstag 7. Mai 2026, ist nach erfolgreichem Testlauf der Regelbetrieb offiziell zurück. Die Patientenversorgung war über die gesamten sieben Tage uneingeschränkt; OP, Intensivstation und zentrale Klinikküche waren durchgehend versorgt. Mit Blick auf den Einsatz unterstreicht das Harzklinikum den langfristigen Bedarf nach einem Zentralklinikum Harz für die Versorgungsregion West Sachsen-Anhalt mit ihren rund 207.000 Menschen. Vor dem Hintergrund der Krankenhausreform (KHVVG) und ihrer 64 Leistungsgruppen mit verpflichtender 24/7-Facharztpräsenz sowie einer auf rund 60 Prozent ansteigenden Vorhaltefinanzierung sieht das Klinikum eine Bündelung der stationären Hochleistungsmedizin an einem zentralen Versorgerstandort als entscheidend an, um Versorgungssicherheit, Qualitätsanforderungen und Fachkräftegewinnung dauerhaft zu sichern. Heute verteilen sich der Klinikbetrieb und die zugehörige technische Infrastruktur auf insgesamt rund 35 Gebäude aus etwa 160 Jahren Bauzeit über die Standorte Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg auf über 150.000 Quadratmetern Nutz- und Baufläche.
Eine Geschichte aus dem Harz, in der vieles richtig gelaufen ist: Vom Donnerstag, 30. April 2026, bis Mittwoch, 6. Mai 2026 – also über sieben Tage und ein verlängertes Feiertagswochenende hinweg – hielt eine mobile Heizzentrale die Wärmeversorgung am Klinikum Quedlinburg stabil. Ohne dass eine Patientin oder ein Patient davon Nachteile hatte. Heute läuft die hauseigene Anlage wieder im Regelbetrieb.
Quedlinburg. Am Donnerstag, 30. April 2026, in den frühen Morgenstunden, kommt es an einer der zentralen Umwälzpumpen der Heizungsanlage des Klinikums Quedlinburg zu einem technischen Defekt. Was folgt, ist ein Einsatz, der vom 30. April bis 7. Mai 2026 andauert: Innerhalb weniger Stunden steht am 30. April eine mobile Heizzentrale auf dem Klinikhof, am späten Nachmittag desselben Tages läuft die Wärmeversorgung über die externe Anlage stabil weiter. Sieben Tage lang hält dieses Provisorium den Betrieb nahtlos aufrecht. Am Dienstag, 5. Mai 2026, geht die reparierte hauseigene Pumpe wieder ans Netz, am Mittwoch, 6. Mai 2026 und Donnerstag 6. Mai 2026 ist nach erfolgreichem Testlauf der Regelbetrieb offiziell zurück. Die Patientenversorgung war über die gesamten sieben Tage hinweg uneingeschränkt.
Worum es ging: zehn Häuser aus über 100 Jahren Bau- und Klinikgeschichte
Das Klinikum Quedlinburg am Ditfurter Weg 24 ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein über mehr als ein Jahrhundert gewachsener Standort aus zehn großen Einzelhäusern aus sehr unterschiedlichen Bauepochen. Das residenzschlossartig gebaute weiße große Hauptgebäude geht auf die Jahre 1901 bis 1907 zurück und wurde nach Plänen des Quedlinburger Stadtbaurats Paul Laumer errichtet. Es wurde aus öffentlichen und 10 Prozent privaten Geldmitteln finanziert und war das erste richtige große kommunale Krankenhaus in der Region. Bis dahin gab es eher kleinere Gebäude, oft mit kirchlichem Hintergrund. Im Lauf der Jahrzehnte sind weitere Gebäude entstanden und einzelne Bestandsbauten grob und teils notdürftig saniert worden. Diese Bau- und Sanierungsarbeiten waren notwendig und wichtig; sie haben einzelne Häuser versucht zu erneuern, aber sie ändern nichts an der grundlegenden Struktur des Standortes: einer historisch gewachsenen, räumlich verteilten Klinikanlage mit langen Versorgungswegen zwischen den Häusern. Auf einem Klinikareal von rund 50.000 Quadratmetern alleine in Quedlinburg – das entspricht etwa 5 Hektar oder rund sieben Fußballfeldern – zwischen Ditfurter Weg und Feuerdornweg stehen heute Häuser aus unterschiedlichen Bauepochen nebeneinander. Nachhaltig ist kaum eines.
Untergebracht sind in den zehn Häusern: Haupteingang und Notaufnahme, Zentral-OP, interdisziplinäre Intensivstation, Kardiologie mit Herzkatheterlaboren, Radiologie, mehrere Bettenstationen mit zertifiziertem Trauma-, Darm-, Brust- und Hautkrebszentrum, das Tagungszentrum mit der zentralen Klinikküche, der Care Campus Harz mit der Pflegeschule, das Pflegezentrum der DIAKONIE Nordharz gGmbH mit Betreutem Wohnen, ärztliche Praxen sowie ein Hubschrauberlandeplatz.
In den oberen Etagen von Haus 9 liegen Appartements aus der Plattenbauzeit der DDR (1980er Jahre), in denen unter anderem Ärztinnen, Ärzte und Mitarbeitende des Harzklinikums wohnen, die von außerhalb in den Harz gekommen sind und dort übergangsweise leben, bis sie eine eigene Wohnung in der Region gefunden haben. Alle Häuser hängen am gemeinsamen Wärmenetz – fällt eine zentrale Pumpe aus, betrifft das den gesamten Standort.
Warum eine schnelle Lösung wichtig war
Ein Krankenhaus ist auf eine konstante Wärmeversorgung angewiesen – für Patientenkomfort, für die Warmwasserversorgung und die Hygiene, für die hygienische Wäschelogistik und für die zentrale Speisenversorgung aus der Klinikküche im Tagungszentrum, der Rotunde, wo auch der Medizinische Mittwoch am Standort stattfindet (Haus 7). Eine Verlegung von Patientinnen und Patienten an andere Standorte wäre logistisch und medizinisch aufwendig. Genau für solche Notlagen, wie nun geschehen, halten die Stadtwerke Wernigerode ihre mobile Heizzentrale vor – und genau dafür ist das engmaschige Netz aus Klinik, kommunalem Energieversorger, Hilfsorganisationen und Landkreis im Harz eingespielt.
Wie die Lösung aussah
Innerhalb weniger Stunden nach Auslösen der Einsatzlage durch den Kaufmännischen Direktor Klaas-Konrad Behrens stand eine vollständige Notinfrastruktur. Die operative Einsatzleitung lag bei der Leiterin Technik des Harzklinikums, Ines Wahl-Bachmann, und ihrem technischen Profi-Team, das über die gesamten sieben Tage hinweg sämtliche technische Maßnahmen gesteuert hat:
• Ein mobiler Heizanhänger der Stadtwerke Wernigerode – im Kern eine voll ausgerüstete dieselbetriebene Heizzentrale mit Kessel, Brenner, Druckhaltung, Regelung, Edelstahl-Abgasrohr und kompletter Anschlusstechnik.
• Ein Logistikanhänger des Technischen Hilfswerks (THW), Ortsverband Quedlinburg, für die Treibstoffversorgung – inklusive zweier doppelwandiger mobiler Tankstellen (für den Außenbereich zugelassen) für die sichere Befüllung im laufenden Betrieb.
• Unterstützung durch den Malteser Hilfsdienst, der mit Personal und Material die Einsatzlage zusätzlich abgesichert hat.
• Eine mobile Tankanlage des Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) Thale für die Bereitstellung weiterer Dieselreserven.
• Isolierte Vor- und Rücklaufschläuche, die durch eine fachgerechte Abdichtung in der Heizraumtür geführt wurden – das saubere Bindeglied zwischen mobiler Anlage und hauseigenem Wärmenetz.
Im Heizraum selbst arbeiteten das technische Team des Klinikums und eine Fachfirma parallel an der Reparatur der defekten Pumpe. Bereits am späten Donnerstagnachmittag fuhr die externe Anlage hoch – und blieb sieben Tage lang ohne Unterbrechung im Betrieb.
Was das Technische Hilfswerk beigetragen hat
Das Technische Hilfswerk (THW) ist die zivile Bundesbehörde für technisch-logistische Hilfeleistung in Deutschland; rund 88.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich bundesweit in 668 Ortsverbänden. Vor Ort am Klinikum war der Ortsverband Quedlinburg im Einsatz. Seine Helferinnen und Helfer haben mit ihrem Logistikanhänger die Treibstoffversorgung der mobilen Heizzentrale sichergestellt: Vom 30. April bis 3. Mai 2026 stellte das THW insgesamt 2.855 Liter Diesel bereit, vom 4. bis 5. Mai 2026 kamen weitere 4.000 Liter über die hauseigene Logistik des Harzklinikums hinzu. Genau diese Leistung – schnell, leise, ehrenamtlich – ist im Harz seit Jahrzehnten verlässlich abrufbar.
Die Chronologie
Donnerstag, 30. April: Pumpenausfall in den frühen Morgenstunden. Einsatzlage ausgerufen, Information aller Mitarbeitenden über Intranet und IT-Meldung. Stadtwerke Wernigerode und THW Quedlinburg rücken an, die mobile Heizzentrale wird angekoppelt und fährt am späten Nachmittag hoch.
Freitag, 1. Mai bis Montag, 4. Mai: Stabiler Betrieb der mobilen Heizzentrale über das gesamte verlängerte Feiertagswochenende. Treibstoffversorgung in dieser Phase über das THW, anschließend zusätzlich über die hauseigene Logistik des Harzklinikums. Parallel laufen Ersatzteilbeschaffung und Reparaturarbeiten an der originären Pumpe.
Dienstag, 5. Mai: Reparatur abgeschlossen. Die hauseigene Pumpe geht zurück ans Netz, der Heizkreis wird befüllt und entlüftet, der Druck aufgebaut. Beginn des Testlaufs.
Mittwoch, 6. Mai, Donnerstag 7. Mai: Erfolgreicher Abschluss des durchgehenden Testlaufs. Druck, Temperatur und Volumenstrom liegen seit dem 5. Mai im Sollbereich. Die mobile Heizzentrale wird abgekoppelt, die Notinfrastruktur abgebaut, der Regelbetrieb ist offiziell zurück.
Was der Einsatz für die Zukunft zeigt: Argumente für ein Zentralklinikum Harz für die Versorgungsregion West Sachsen-Anhalt
Der Einsatz hat eine zweite, langfristige Ebene. Das Harzklinikum betreibt heute drei Standorte in Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg mit insgesamt rund 35 Gebäuden aus etwa 160 Jahren Bauzeit auf gesamt rund 150.000 Quadratmetern Grund und Boden. Allein in Quedlinburg verteilen sich zehn Einzelhäuser über ein Areal von rund 50.000 Quadratmetern, verbunden durch ein gemeinsames Wärmenetz und lange unterirdische Versorgungswege. Auch wenn einzelne Häuser auf modernerem Stand sind: Diese gewachsene Struktur lässt sich durch Sanierungen einzelner Gebäude nicht auflösen – und sie stößt unter den Anforderungen einer modernen Hochleistungsmedizin zunehmend an Grenzen. Nachhaltig ist kein Gebäude.
Hinzu kommt der regulatorische Druck der bundesdeutschen Krankenhausreform: Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) stellt das System künftig auf 64 medizinische Leistungsgruppen um, jede mit verpflichtender 24/7-Facharztpräsenz und definierten Struktur-, Prozess- und Qualitätsvorgaben.
Rund 60 Prozent der Vergütung fließen künftig als Vorhaltefinanzierung – also als festes Budget für die Bereitstellung von Personal und Technik – und sind strikt an die Erfüllung dieser Leistungsgruppen gebunden. Wer die Vorgaben nicht erfüllt, verliert die Leistung und damit die Finanzierung. Dieses System belohnt Bündelung; es bestraft Zersplitterung.
Vor diesem Hintergrund verfolgt das Harzklinikum die Strategie eines Zentralklinikums Harz als zentraler stationärer Versorgerstandort für die rund 207.000 Menschen im Landkreis Harz und die Versorgungsregion West Sachsen-Anhalt. In einem kompakten, zusammenhängenden Klinikneubau wären medizinische Funktionen, Stationen und Versorgungstechnik gebündelt – mit klaren Vorteilen gegenüber der heutigen Struktur:
• Bündelung statt dreifacher Vorhaltung: Spezialteams und Großgeräte (z. B. MRT, Herzkatheterlabore) müssen nicht an drei Standorten parallel betrieben werden. Das stabilisiert Dienstpläne, reduziert Doppelinvestitionen und sichert die für Leistungsgruppen erforderliche Facharztpräsenz auch unter den Bedingungen des Fachkräftemangels.
• Höhere medizinische Routine durch konzentrierte Fallzahlen: Mindestmengen für komplexe Eingriffe, eingespielte interdisziplinäre Teams und Zertifizierungsanforderungen lassen sich an einem Versorgerstandort verlässlich nachweisen.
• Notfallversorgung an der Hauptverkehrsachse: Ein zentral an A36/B6 gelegener Versorgerstandort sichert für Schlaganfall, Herzinfarkt und schwere Traumata den schnellen Zugang zur richtigen Behandlung. Nähe nützt nichts ohne Kompetenz – entscheidend ist nicht das nächste Krankenhaus, sondern das nächste Krankenhaus mit der passenden Leistungsgruppe.
• Attraktiver Arbeitgeber: Größere Teams an einem Standort bedeuten verlässlichere Dienstpläne, weniger Rufbereitschaften, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und mehr Spielraum für Spezialisierung, Aus- und Weiterbildung – ein entscheidender Faktor im Wettbewerb mit Magdeburg, Halle, Braunschweig und Göttingen.
• Kompakte, integrierte Versorgungstechnik: Ein zentraler Technikbereich ersetzt die langen unterirdischen Versorgungsstränge zwischen den Einzelhäusern, verkürzt Wege, reduziert Übergabestellen und macht die Infrastruktur einfacher zu warten – Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit inklusive.
Wichtig: Ein Zentralklinikum bedeutet keinen Rückzug aus der Fläche. Im Gegenteil – das Harzklinikum betreibt bereits heute 47 ambulante Praxissitze mit 70 Ärzten und Ärztinnen in eigenen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und sichert damit die haus- und fachärztliche Versorgung wohnortnah.
Der Grundgedanke ist eine klare Arbeitsteilung: ambulante Medizin nah bei den Menschen in der Fläche, komplexe stationäre Hochleistungsmedizin gebündelt an einem leistungsfähigen Zentralklinikum.
Der Einsatz vom 30. April bis 7. Mai 2026 ist deshalb keine Geschichte über akute Risiken im laufenden Betrieb – die Einsatzkräfte haben jeden denkbaren Notfall sicher abgefangen. Es ist aber eine Geschichte darüber, warum die Region die Bündelung der stationären Hochleistungsmedizin in einem modernen Zentralklinikum braucht: Ein technischer Defekt sollte künftig schnell und mit eigenen Mitteln im Haus zu beheben sein – ohne dass dafür sieben Tage lang die Stadtwerke, das THW, die Malteser und der Landkreis Harz im Einsatz sein müssen.
Stimmen
„Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Einsatzkräften und Partnern, die so schnell, professionell und mit großer Verlässlichkeit zusammengewirkt haben – bei den Stadtwerken Wernigerode, beim THW Ortsverband Quedlinburg, beim Malteser Hilfsdienst, beim Landkreis Harz sowie bei unserem eigenen technischen Team und allen Mitarbeitenden im Haus. Das gute Zusammenspiel aller Beteiligten hat dafür gesorgt, dass unsere Patientinnen und Patienten zu jedem Zeitpunkt sicher und gut versorgt waren.“
Klaas-Konrad Behrens, Kaufmännischer Direktor
„Wenn eine zentrale Pumpe in einem über 100 Jahre gewachsenen Klinikstandort ausfällt, ist das kein klassischer Reparaturauftrag, sondern eine logistische Aufgabe, die das gesamte Versorgungsnetz im Blick behalten muss. Mein Team und ich konnten uns über sieben Tage hinweg auf jeden einzelnen Partner verlassen – auf die Stadtwerke Wernigerode, auf das Technische Hilfswerk Quedlinburg, auf den Malteser Hilfsdienst, auf den Landkreis Harz und auf Hartwig. Genau diese Verlässlichkeit hat den Unterschied gemacht.“
Ines Wahl-Bachmann, Leiterin Technik
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