Quedlinburg. Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben erhält eine zweckgebundene Zuwendung in Höhe von 6,3 Millionen Euro aus dem Corona-Sondervermögen des Landes Sachsen-Anhalt für das Projekt „Pandemieresiliente Erweiterung der Notfallversorgung am Standort Quedlinburg". Die veranschlagten Gesamtausgaben betragen rund 7 Millionen Euro; der Eigenanteil des Harzklinikums liegt bei 10 Prozent.
Offizielle Redner am Pult in der großen Eingangshalle
Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) war kurzfristig verhindert. In ihrer Vertretung übergab Staatssekretär Wolfgang Beck (SPD) den Zuwendungsbescheid in der großen Eingangshalle des Harzklinikums am Standort Quedlinburg: „Mit diesem Geld kann das Harzklinikum die Notaufnahme modernisieren, erneuern und erweitern. Das ist dringend notwendig, damit die Menschen hier weiterhin gut versorgt werden."
Im schriftlichen Grußwort von Ministerin Grimm-Benne heißt es: „Aus den herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie wurden wertvolle Lehren gezogen. Land und Harzklinikum stärken gemeinsam den Infektionsschutz, um besser auf künftige Pandemien vorbereitet zu sein. Von den baulichen Veränderungen an der Notaufnahme profitieren sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Mitarbeitenden."
Ebenfalls am Pult sprach Landrat Thomas Balcerowski (CDU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Harzklinikums: „Das Harzklinikum ist eines der letzten drei Klinika in Sachsen-Anhalt, die noch kommunal sind. Der Kreistag Harz hat in seinem Haushalt dem Harzklinikum einen Zuschuss in Höhe von 39 Millionen Euro zugesagt – die Bewilligung ist letzte Woche eingegangen."
Weitere Stimmen am Rande der Veranstaltung
Am Rande des Termins waren weitere Politikerinnen und Politiker des Landes Sachsen-Anhalt vor Ort. Sie standen dem Social-Media-Team des Harzklinikums (rund 15.000 Follower auf Facebook, Instagram, TikTok und LinkedIn) für Interviews in der Lobby Rede und Antwort.
Ulrich Thomas (CDU), MdL, direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis 17 Quedlinburg und stellvertretender Fraktionsvorsitzender: „Es sind Mittel, die wir zu Beginn der Legislatur im Landtag freigegeben haben, um unsere Krankenhäuser resilienter gegenüber künftigen Pandemien zu machen. Ich hoffe, dass Patienten und Mitarbeiter davon stark profitieren."
Susan Sziborra-Seidlitz (Bündnis 90/Die Grünen), MdL und gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, selbst Quedlinburgerin: „Als Quedlinburgerin freue ich mich, dass die tolle Arbeit der Notaufnahme am Harzklinikum jetzt neue, größere Räume bekommt – damit die Menschen in der Stadt noch besser versorgt werden können."
Aus dem Harzklinikum
Geschäftsführer Dr. Matthias Voth: „Die Notwendigkeit zeitgemäßer Räume in unseren Notaufnahmen – in Quedlinburg wie in Wernigerode – wurde sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus thematisiert, unter anderem in der Neuen Zürcher Zeitung. Umso dankbarer sind wir dem Land Sachsen-Anhalt, Gesundheitsministerin Grimm-Benne und Staatssekretär Beck für diese starke Unterstützung – sie ist alles andere als selbstverständlich. Die Investition passt in unsere Strategie einer modernen, zukunftsfähigen Notfallversorgung im Landkreis Harz und in der Versorgungsregion West-Sachsen-Anhalt. Am Ende dieser Strategie steht das Zentralklinikum Harz – die heutige Förderung ist dafür ein wesentlicher Baustein."
Pamela Kühn, Oberärztin der Notaufnahme am Standort Quedlinburg: „Mit dem Anbau passen wir die Räume an die heutige medizinische Realität an. Aktuell behandeln wir rund 23.500 Patientenfälle pro Jahr – ursprünglich war die Notaufnahme für rund 6.000 Patientenfälle ausgelegt. Wir freuen uns sehr, dass jetzt zeitgemäße Strukturen entstehen."
Christian Hirsch, pflegerischer Leiter der Notaufnahme Quedlinburg: „Mit dem Förderbescheid für den Anbau der Notaufnahme können wir in Zukunft für den Landkreis Harz eine effiziente, patientengerechte Versorgung gewährleisten."
Zum Projekt im Detail
Mit der Förderung wird die Zentrale Notaufnahme am Standort Quedlinburg baulich, funktionell und hygienisch weiterentwickelt. Die derzeitige Notaufnahme wurde Anfang der 2000er Jahre geplant und im Jahr 2005 in Betrieb genommen. Damals war sie auf rund 6.000 Patientenfälle pro Jahr ausgelegt. Die Patientenzahlen sind seitdem deutlich gestiegen: Aktuell verzeichnet die ZNA rund 23.500 Fälle pro Jahr mit kurzfristig prognostizierter Tendenz auf 30.000 Fälle pro Jahr.
Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem Leistungsportfolio des Standortes, insbesondere in der Inneren Medizin und Kardiologie, fortentwickelt durch die anstehende Zertifizierung zur Chest-Pain-Unit. Hinzu kommt seit rund drei Jahren ein deutlicher Anstieg der Patientenzahlen in der Orthopädie und Unfallchirurgie, verstärkt durch die Zertifizierung zum Regionalen Traumazentrum und der anstehenden Zertifizierung zum Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung. Das Harzklinikum nimmt damit seinen Auftrag als überregionaler Schwerpunktversorger wahr und versorgt Notfallpatientinnen und -patienten rund um die Uhr.
Die heutige Notaufnahme verfügt über eine Bruttogeschossfläche von knapp 400 m². Durch den modularen Erweiterungsbau kommen rund 1.200 m² hinzu. Damit entstehen am Klinikstandort Quedlinburg bauliche und funktionelle Strukturen, die die Anforderungen eines Notfallversorgers der Stufe III abbilden und an einem zentralen Standort vereinen.
Im Mittelpunkt stehen die Schaffung isolierfähiger Funktionsbereiche, die sichere Trennung infektiöser und nicht-infektiöser Patientenströme sowie zusätzliche Verkehrs- und Bewegungsflächen. Zugleich werden Voraussetzungen geschaffen, um perspektivisch ambulante Strukturen – etwa den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, Portalpraxen oder MVZ-Strukturen – stärker in die Patientensteuerung einzubinden.
Damit stärkt das Harzklinikum die stationäre und intersektorale Notfallversorgung gleichermaßen. Die Maßnahme verbessert zudem die Vorbereitung auf besondere Lagen, einschließlich pandemischer Ereignisse, Katastrophenfälle und Massenanfallsszenarien. Mit diesem Projekt steht das Harzklinikum verlässlich für die Notfallversorgung des Landkreises Harz und der Versorgungsregion West ein.
Über das Harzklinikum
Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben ist eines der größten kommunalen Krankenhäuser Sachsen-Anhalts und versorgt jährlich rund 100.000 Patientenfälle, darunter etwa 30.000 stationäre und 70.000 ambulante Fälle. An den Standorten Quedlinburg, Wernigerode und Blankenburg arbeiten rund 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa 300 Ärztinnen und Ärzte – von denen 25 Prozent einen internationalen Hintergrund haben – sowie 860 Pflegefachkräfte.
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